BATS - QTGMC

Der Referenz-Deinterlacer für Avisynth – in BAT Server als fertige Presets verbaut

QTGMC ist der in der Video-Restaurierung etablierte Deinterlace-Standard für Avisynth: Er trennt die Felder interlaceden Materials und rekonstruiert daraus Progressive-Bilder, wobei per Bewegungsschätzung entschieden wird, wie sich Objekte zwischen den Feldern bewegt haben – dadurch bleiben auch bewegte Objekte sauber statt sich zu „auflösen“. BAT Server bringt QTGMC (Version 3.383s) als portable Avisynth+ Installation mit und bietet es über zwei Presets an: „Upscale & Deinterlace“ (2× auf progressive HD) und „Upscale“ (auflösen auf 1080i). Dieser Artikel erklärt, was die Presets technisch leisten und welche Qualitätsstufen es gibt.

Was QTGMC leistet

  • Feldtrennung + Rekonstruktion: QTGMC analysiert das Material per Bewegungsschätzung (MVTools/NNEDI3) und erzeugt daraus saubere Progressive-Bilder – der bewährte Weg, Interlace-Artefakte auch bei Bewegung zu beseitigen.
  • Feldreihenfolge automatisch: Das Skript fragt die Feldreihenfolge (TFF/BFF) aus und verweigert progressive Quellen aktiv (klare Fehlermeldung „Source is Progressive“) – QTGMC ist ausschließlich für interlacedes Material gedacht.
  • Pixel-aspekt korrekt: Nicht-quadratische Pixel (z. B. DV 4:3 mit PAR) werden vor der Verarbeitung auf quadratische Pixel umgerechnet.

So arbeitet BAT Server mit QTGMC

Unter C:\ProgramData\EdiusPowerTools\tools\avisynth\ liegt eine vollständige, portable Avisynth+-Installation (FFMS2-Video-Loader, QTGMC, Zs_RF_Shared, LimitedSharpenFaster und ein dediziertes FFmpeg). Bei jedem Job füllt BAT Server die mitgelieferte Skript-Vorlage mit den Werten des gewählten Clips (Dateipfad, IN/OUT, Feldreihenfolge, Pixel-Aspekt, Frame-Rate, CPU-Zahl, Qualitäts-Preset) – und das mitgelieferte FFmpeg rendert das fertige .avs-Skript direkt in das Zielformat. Für Sie heißt das: Rechtsklick, fertig – kein Avisynth-Wissen nötig.

Die zwei Presets auf Basis von QTGMC

  • „Upscale & Deinterlace – 2x Upscale“: Deinterlace plus 2× Vergrößerung und verdoppelter Frame-Rate – z. B. 576i50 → 1152p50. Das Ergebnis ist progressives HD-Material mit quadratischen Pixeln (Farbraum von Rec.601 auf Rec.709 umgerechnet) – der Weg für DV/DVD/VHS-Material in Progressive-Projekten. Details im Artikel Upscale & Deinterlace.
  • „Upscale – SD interlaced to 1080i“: Deinterlace plus Auflösung auf 1080 Zeilen – das Material bleibt interlaced (Felder werden neu zu 1080i-zeilen verschachtelt, upper field first): 576i50 → 1080i50. Der Weg für Workflows, die Full-HD-interlaced brauchen (z. B. 1080i-Broadcast-Sequenzen).

Beide Presets verwenden denselben QTGMC-Kern; der Unterschied ist die Nachbearbeitung: nnedi3 erzeugt beim 2×-Preset die fehlenden Bilder für die doppelte Rate und die doppelte Auflösung, beim 1080i-Preset wird auf 1080 Zeilen geskaliert und die Felder anschließend wieder zu Interlace-Bildern verzahnt.

Qualitäts-Presets: Medium, Very Fast, Very Slow

Beide Presets bieten drei Qualitätsstufen (Wahl im Assistenten, in der .bat0 eingebrannt): Medium (Empfehlung – ausgewogenes Verhältnis aus Qualität und Renderzeit), Very Fast (deutlich schneller, geringere Qualität) und Very Slow (höchste Qualität, längste Rechenzeit – QTGMC nutzt in dieser Stufe zusätzliche Analyse-Pässe, z. B. FFT-3D-Filtering). Für sehr langes Material bitte die Renderzeit realistisch einkalkulieren.

Wichtige Hinweise

  • Nur interlaced Quellen: Progressive Eingaben werden mit einer klaren Fehlermeldung abgelehnt – für progressive Aufwertungen die AI-Upscale-Presets (siehe UpscalePro) verwenden.
  • Optimiert für SD: Die Presets sind auf SD-Material (4:3 oder 16:9, z. B. DV) ausgelegt; HD-interlaced Material lässt sich technisch ebenfalls verarbeiten, ist aber nicht der Zielfall.
  • Neue Datei, Original bleibt: Das Ergebnis wird als neue Datei erzeugt und im BIN unter __BAT Server\Deinterlace registriert; die Quell-Datei wird nie verändert.
  • IN/OUT werden respektiert: Das Skript trimmt intern auf das IN/OUT des Clips (ohne IN/OUT = kompletter Clip).

Preset verwalten

Beide Einträge werden per Assistenten „Add function...“ angelegt und sind damit Nutzer-Presets: Die .bat0-Dateien liegen je nach Wahl unter C:\ProgramData\EdiusPowerTools\BAT-server\bat_files\BIN\ bzw. …\bat_files\timeline\ und können frei bearbeitet, umbenannt oder gelöscht werden (Löschen entfernt den Kontextmenü-Eintrag). QTGMC-Stufe, Zielformat und Feldreihenfolge-Logik sind in der .bat0 eingebrannt – Änderungen wirken ab der nächsten Ausführung.